5 Zeichen, dass Ihr Unternehmen es mit der Digitalisierung ernst meint

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Die COVID-19-Pandemie hat der Einführung digitaler Technologien in vielen Branchen einen Schub gegeben. Die meisten der neu eingeführten Technologien sind auf Dauer angelegt. Aber was sind die Merkmale eines digitalen Unternehmens? Bedeutet digital, dass die Mitarbeiter über VPN von zu Hause aus arbeiten können? Bedeutet es, dass das Unternehmen über eine App oder ein Kundenportal verfügt?
"Wir sind ein digitales Unternehmen..." - und warum ein Propeller am Haus noch kein Flugzeug ist.
Digitale Unternehmen setzen Technologie ein, um Geschäftsmodelle neu zu erfinden und die Produkte und Erfahrungen eines Unternehmens zu verändern. Es reicht nicht aus, einem Unternehmen das Etikett "digital" aufzudrücken, um digital zu sein - das wäre so, als würde man einen Propeller an sein Haus nageln, um es zu einem Flugzeug zu machen.

Aber was sind die Zeichen dafür, dass sich ein Unternehmen wirklich der Digitalisierung verschrieben hat? In diesem Blogbeitrag teile ich meine Überlegungen dazu, was ein Unternehmen zu einem digitalen Unternehmen macht und welches die 5 wichtigsten Indikatoren dafür sind, dass ein traditionelles Unternehmen bei seiner digitalen Transformation gut vorankommt.
1 – Die Prozesse laufen papierlos
Ein papierloses Unternehmen bedeutet nicht zwangsläufig, dass es digital ist, aber in der Regel ist papierlos ein gutes Zeichen dafür, dass die meisten Prozesse auf digitale Weise durchgeführt werden. Es kann auch hybride Prozesse geben: Ein physisches Dokument wird per Post verschickt, dann gescannt und von da an vollständig digital verarbeitet. Das Originaldokument kann vernichtet werden - oder, falls aus rechtlichen Gründen erforderlich, archiviert werden. Unternehmen, die digital arbeiten, stellen nicht das Dokument als Arbeitsgegenstand in den Mittelpunkt ihrer Prozesse. Sie konzentrieren sich vielmehr auf strukturierte Daten und Transaktionen, die über verschiedene Kanäle (Apps, Backend-Anwendungen, APIs, ...) innerhalb ihrer IT-Landschaft verwaltet werden.
2 – Digitalisierung wird als Chance genutzt, bestehende Prozesse zu überdenken
In einem logischen ersten Schritt der Digitalisierung stellen Unternehmen ihre papierbasierten Geschäftsprozesse nach, um sie in die digitale Welt zu übertragen. Dies hat offensichtliche Grenzen. Wir sehen auch oft die "Excel-Integration". Daten aus einem Prozess werden in eine Excel-Tabelle exportiert, manuell umgewandelt und dann in eine andere Anwendung importiert. Bei der digitalen Transformation geht es auch darum, solche Ineffizienzen in Prozessen zu erkennen. Es geht nicht nur darum, diese zu beseitigen und Anwendungen direkt miteinander kommunizieren zu lassen, sondern auch darum, den gesamten Prozess neu zu gestalten. Künstliche Intelligenz bietet ein enormes Potenzial, um zusätzliche Sicherheit zu schaffen und manuelle Eingriffe zu vermeiden. Dies geht Hand in Hand mit der Notwendigkeit, das Geschäftsmodell kontinuierlich anzupassen und neu zu erfinden. Digitale Unternehmen stellen den Status quo immer wieder in Frage - nicht nur aus technischer Sicht, sondern insbesondere auch das Geschäftsmodell, das sie haben.
3 –Interner Widerstand wird richtig gehandhabt
Unternehmen mit einer digitalen DNA haben es geschafft, interne Widerstände zu überwinden und moderne Technologien zu nutzen, um die Produktivität ihrer Belegschaft zu steigern. Es ist wichtig, den Teammitgliedern zu zeigen, dass digitale Prozesse dazu beitragen können, einen Großteil der "langweiligen" Arbeit zu automatisieren, so dass sie sich auf mehr wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können.
4 – Die Qualifizierung der Arbeitskräfte ist eine Priorität
Angesichts des rasanten Wandels in der Technologie und im Geschäftsleben ist die Fortbildung ein wesentlicher Bestandteil der Produktivität eines Teams geworden. Es hilft den Teammitgliedern, sich zu engagieren, ihre Fähigkeiten zu verbessern und die Kunden besser zu bedienen. Digitale Unternehmen haben verstanden, dass sie stark in die Weiterbildung ihrer Teams investieren müssen.
5 – Missstände werden angesprochen - nicht versteckt!
Die Franzosen verwenden den Begriff cache misère für ein vorzeigbares Obergewand, um schäbige Kleidung zu verbergen. Viel zu oft funktionieren Digitalisierungsprojekte auf die gleiche Weise: Es wird eine neue Web- oder Mobil-App eingerichtet, damit alles schön aussieht, während die Backend-Anwendungen und -Prozesse gleich bleiben. Ein Beispiel: Das Finanzamt eines großen europäischen Landes bietet die Möglichkeit, eine Steuererklärung "digital" über seine Website einzureichen. Nach der Einreichung wird die Erklärung ausgedruckt, so dass der Finanzbeamte sie "auf die alte Art" bearbeiten kann.
Ein weiteres Beispiel für eine Technologie, die das Cache-Misère-Muster unterstützt, ist für mich die Robotics Process Automation (RPA). RPA wird eingesetzt, um die Ausführung alter Prozesse zu beschleunigen und zu automatisieren. Damit wird die manuelle Arbeit eines Menschen nachgeahmt - aber es wird die Möglichkeit ausgelassen, den Prozess zu überdenken und die Anwendungen zu erneuern.
Fazit
In diesem Beitrag haben wir einige Indikatoren erörtert, die zeigen, dass sich ein Unternehmen der Digitalisierung verschrieben hat. Es wäre naiv zu glauben, dass die Digitalisierungsbemühungen alle Backend-Systeme und -Prozesse im großen Stil ersetzen können, aber es ist wichtig, mit dem Prozess zu beginnen, rückwärts zu denken und die Systeme entsprechend anzupassen.
Was ist Ihrer Meinung nach für ein digitales Unternehmen unerlässlich? Welche Eigenschaften beobachten Sie bei Unternehmen, die sich voll und ganz der Digitalisierung verschrieben haben?



